Die Praxisanleitung in der Pflegeausbildung

Wesentlicher Bestandteil der praktischen Ausbildung ist die Praxisanleitung in den Einrichtungen. Sie erfolgt geplant und strukturiert auf der Grundlage des Ausbildungsplanes. Aufgabe der Praxisanleiterinnen und -anleiter ist es, Auszubildende schrittweise an die Aufgaben der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner heranzuführen und dabei

  • Lernprozesse zu initiieren,
  • Arbeitsaufgaben so auszuwählen, dass sie die Lernenden in ihrer Entwicklung unterstützen,
  • als Ansprechpartnerinnen und -partner zur Verfügung zu stehen,
  • Fehler und Umwege als Lernchancen zuzulassen,
  • zur Reflexion der Arbeitsergebnisse und -erfahrungen anzuregen,
  • Methoden des Selbstlernens zu vermitteln,
  • Kompetenzen zu fördern, die zu selbstorganisiertem Lernen befähigen,
  • die Auszubildenden in der Entwicklung einer selbstständigen und eigenständigen Arbeitsweise zu unterstützen,
  • effektives Zusammenarbeiten zu vermitteln.

Darüber hinaus ist es ihre Aufgabe, Auszubildende zum Führen des Ausbildungsnachweises anzuhalten, die Verbindung zur Pflegeschule zu halten und nach jedem Einsatz in der eigenen Einrichtung eine qualifizierte Leistungseinschätzung zu erstellen und mit den Auszubildenden zu besprechen.

Die Praxisanleitung erfolgt im Umfang von mindestens zehn Prozent der während eines Einsatzes zu leistenden praktischen Ausbildungszeit. Die Praxisanleitung und die praktische Ausbildung sind im Ausbildungsnachweis zu dokumentieren.

Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter verfügen über

  • eine Berufserlaubnis nach dem Pflegeberufegesetz, dem Altenpflegegesetz oder dem Krankenpflegegesetz,
  • eine Berufserfahrung als Pflegefachkraft von mindestens einem Jahr, erworben innerhalb der letzten fünf Jahren in dem Einsatzbereich, in dem die Praxisanleitung durchgeführt wird,
  • eine berufspädagogische Zusatzqualifikation im Umfang von mindestens 300 Stunden (Bestandsschutz für vor Inkrafttreten des Pflegeberufegesetzes erworbene Qualifikationen) und
  • berufspädagogische Fortbildungen im Umfang von mindestens 24 Stunden jährlich.