Umschulung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann

Eine Ausbildung nach dem Pflegeberufegesetz kann auch im Rahmen einer beruflichen Weiterbildung ("Umschulung") erfolgen.

Eröffnung neuer beruflicher Perspekiven

Eine Umschulung zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann kann neue berufliche Perspektiven eröffnen. Viele Menschen entdecken gerade erst in der mittleren Lebensphase das besondere Interesse an einem Beruf in der Pflege. Die Pflege bietet  aufgrund des demografischen Wandels ein interessantes und zukunftssicheres Beschäftigungsfeld.

Im Rahmen der Umschulung durchlaufen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine reguläre Pflegeausbildung. Weitere Informationen zur Ausbildung finden Sie hier.

Wenn Sie sich für eine Umschulung in der Pflege interessieren, sprechen Sie Ihre Agentur für Arbeit oder Ihr Jobcenter vor Ort an. Dort wird man Sie über alle weiteren Voraussetzungen für eine Umschulungsförderung informieren.

Liegen die Fördervoraussetzungen für eine Umschulung vor, können die Agenturen für Arbeit oder Jobcenter Bildungsgutscheine für den zuvor individuell festgestellten Bildungsbedarf aushändigen. Der Bildungsgutschein, der das Bildungsziel „Pflegefachfrau“/ „Pflegefachmann“ ausweist, garantiert die Übernahme der Weiterbildungskosten und gegebenenfalls die Fortzahlung des Arbeitslosengeldes.

Die Umschulung (= Ausbildung) zur Pflegefachfrau / zum Pflegefachmann gliedert sich in einen schulischen und einen betrieblichen Teil. Der theoretische und praktische Unterricht findet an einer Pflegeschule statt, die im Falle der Umschulung zur Durchführung von Maßnahmen der Arbeitsförderung zugelassen sein muss. Dort wird der Bildungsgutschein eingelöst. Der betriebliche Teil findet in einem Krankenhaus, einer stationären Pflegeeinrichtung oder einem ambulanten Pflegedienst statt, mit dem Sie einen Ausbildungsvertrag schließen. Betrieb und Schule müssen miteinander kooperieren.

Sie erhalten während der Ausbildung eine Ausbildungsvergütung, die zu einem großen Teil auf das Arbeitslosengeld angerechnet wird.

Ausbildungen nach dem Pflegeberufegesetz können dauerhaft dreijährig gefördert werden.

Nähere Informationen zur Förderung der beruflichen Weiterbildung können Sie bei Ihrer zuständigen Agentur für Arbeit oder Ihrem Jobcenter erfragen.

Förderung der beruflichen Weiterbildung (Umschulung) durch die Agenturen für Arbeit bzw. Jobcenter

§ 81 SGB III ermöglicht, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei einer Umschulung durch die Übernahme der Weiterbildungskosten gefördert werden können. Ob die Voraussetzungen für eine Förderung vorliegen, prüfen und entscheiden die jeweiligen Agenturen für Arbeit bzw.Jobcenter vor Ort. Die Voraussetzungen im Einzelnen ergeben sich aus dem Zweiten und Dritten Buch Sozialgesetzbuch.

Umschulungen zur Altenpflegerin bzw. zum Altenpfleger fördert die Agentur für Arbeit in Abweichung von den sonst üblichen Regelungen derzeit drei Jahre lang (§ 131 b SGB III). Bewilligt die Agentur für Arbeit bzw. das Jobcenter bei Vorliegen der rechtlichen Voraussetzungen die Umschulung, übernimmt diese grundsätzlich die Weiterbildungskosten (Lehrgangskosten, Fahrtkosten, Kosten für auswärtige Unterbringung und Kinderbetreuungskosten) und gewährt Ihnen Leistungen zum Lebensunterhalt, d. h. Arbeitslosengeld bzw. Leistungen zur Grundsicherung für erwerbsfähige Hilfebedürftige

Die dreijährige Förderung der Umschulung wurde durch das  "Gesetz zur Stärkung der beruflichen Aus- und Weiterbildung in der Altenpflege" vom 13. März 2013 (BGBl. I S. 446) im Rahmen der Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege von Bund, Ländern und Verbänden eingeführt. Sie galt für Umschulungen, die zwischen dem 01.04.2013 und 31.03.2016 begonnen haben. Nach einer Verlängerung zunächst bis zum 31.12.2017 wurde die Möglichkeit der dreijährigen Förderung durch Artikel 2 Nummer 3 des Pflegeberufereformgesetzes (BGBl I 2017, 2581) für alle bis zum 31.12.2019 begonnenen Umschulungen zur Altenpflegerin oder zum Altenpfleger erweitert.

Für die neuen Pflegeausbildungen nach dem Pflegeberufereformgesetz, welche ab dem 01.01.2020 beginnen, wurde die dreijährige Fördermöglichkeit dauerhaft sichergestellt.

Wer nach § 81 SGB III derzeit gefördert wird, kann zusätzlich eine Weiterbildungsprämie in Höhe von 1.500 Euro bei Nachweis einer erfolgreich bestandenen Abschlussprüfung erhalten (§ 131a Absatz 3 SGB III ), wenn die Umschulung bis zum 31.12.2020 begonnen wurde.

Nähere Informationen zur Förderung der beruflichen Weiterbildung können Sie bei Ihrer zuständigen Agentur für Arbeit bzw. Ihrem Jobcenter erfragen oder dem Merkblatt 6  „Förderung der beruflichen Weiterbildung“ der Bundesagentur für Arbeit entnehmen.